13.05.2019

Stadtverband 2019
Frust am Wohnungsmarkt – Was die Politik tun muss. Michael Hennrich MdB in Waldenbuch

Kaum ein Thema beschäftigt das Land gegenwärtig so sehr wie die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Die CDU Waldenbuch nahm die Diskussionen zum Anlass, zu einer offenen Diskussion am 10. Mai 2019 in den Landgasthof Rössle in Waldenbuch einzuladen.

Der spannende Austausch mit dem örtlichen Bun-destagsabgeordneten und Landesvorsitzenden von Haus und Grund Württem-berg Michael Hennrich sowie dem Waldenbucher Bürgermeister Michael Lutz brachte Klarheit in die bisweilen emotional geführte Debatte.
Der Einladung des Stadtverbandsvorsitzenden der CDU Waldenbuch Dr. Roth folgten zahlreiche Gäste. Auch die jungen CDU-Gemeinderatskandidaten der Jungen Union Waldenbuch/Steinenbronn sowie viele interessierte Bürger aus Waldenbuch und der Nachbargemeinde Steinenbronn fanden den Weg in den Landgasthof.
Michael Hennrich begann mit einer klaren Bestandsaufnahme zur gegenwärti-gen Situation auf dem Wohnungsmarkt. Die Niedrigzinspolitik der Europäi-schen Zentralbank und die hierdurch hervorgerufenen hohen Grundstücksprei-se sowie die Grunderwerbsteuer von fünf Prozent erschweren den Erwerb von Wohneigentum und treiben Mieten in schwindelerregende Höhen. Die Zuhörer interessierte vor allem, welche Handlungsmöglichkeiten und Ansätze die ge-genwärtige Politik verfolgt. Michael Hennrich stellte unter Beifall zunächst klar, dass Enteignungen kein Mittel zur Schaffung von Wohnraum sind: „Durch Ent-eignungen wird keine einzige Wohnung gebaut,“ rief er in Erinnerung. Rasch ging er auf das breit ausliegende Kommunalwahlprogramm der Jungen Union Kreisverband Böblingen ein, deren Mitglieder sich intensiv mit der Frage nach bezahlbarem Wohnraum auseinandergesetzt haben. Verhalten reagiert er auf die Forderung nach mehr staatlichem sozialen Wohnungsbau. Nicht sozialer Wohnungsbau, sondern die ziel- und bedarfsgenaue Erhöhung des Wohngelds sei die Lösung. Man könne mithilfe des Wohngelds deutlich präziser die Steu-ermittel einsetzen, um bedürftigen Menschen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Auf die Frage zur gegenwärtigen Grunderwerbsteuerreform äußerte sich Mi-chael Hennrich ebenfalls eindeutig. Er präferiert klar „WUM“ und nicht „WAM“. Das wertunabhängige Modell (WUM) vermeidet gegenüber dem wertabhängigen Modell (WAM) einen beträchtlichen Bürokratieaufbau. Zudem würde das WAM die Mieter in städtischen Bereichen zusätzlich treffen. Neben den ohnehin hohen Mietpreisen wären die Mieter mit einer in der Regel über die Betriebskosten auf sie umgelegten hohen Grundsteuer konfrontiert.
Welchen Stellenwert das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ für die Bürger hat, zeigte die lange und lebendige Diskussion. Bis in die späten Abendstunden erör-terte Michael Hennrich mit den Gästen verschiedene politische Stellschrauben und Optionen. Das Schlusswort sprach Bürgermeister Lutz, der die bundespoli-tischen Fragen gekonnt kanalisierte und ad hoc auf den Waldenbucher Woh-nungsmarkt anwendete.
Matthias Miller
 
 
 

Michael Hennrich erläutert seine Lösungsvorschläge


Die interessierten Zuhörer*innen


Michael Lutz bei seinem Schlusswort


Michael Hennrich bekommt ein kleines Dankeschön überreicht

 
   
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