26.06.2018

Stadtverband 2018
Hat der Verbrennungsmotor noch eine Zukunft?

Wenige Themen bewegen die Menschen in unserem Land im Moment so stark wie die Verkehrspolitik. Wie sieht der Antrieb der Zukunft aus? Hat der Verbrennungsmotor überhaupt noch Zukunft oder sind wir dabei, unsere Wirtschaftskraft und die davon abhängigen Arbeitsplätze zu verspielen? Drohen Fahrverbote für ältere Diesel in unseren Innenstädten?

Zu diesem Thema lud der Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Steffen Bilger MdB zusammen mit dem CDU-Bezirksverband Nordwürttemberg und dem Kreisverband Rems-Murr kompetente Fachleute zu einem Fachkongress nach Waiblingen in das Autohaus Lorinser ein.
Die Themen sollten ohne ideologische Scheuklappen, aber mit kompetenten Referenten diskutiert werden.

So erläuterte der Forschungs- und Entwicklungsleiter des bekannten Stuttgarter Autozulieferers Mahle Dr. Otmar Scharrer, wie die Entwicklung zu sparsameren Motoren, vor allem mit synthetischen Kraftstoffen vorangeht. Die Herstellung solcher Kraftstoffe wird mit erneuerbaren Energien erfolgen und somit zu einer Dekarbonisierung führen.
Jörgen Döring von der Daimler AG erläuterte das modulare Konzept Im Hause Mercedes-Benz mit immer größeren Batterien in der Hybridtechnik. Natürlich wird es 2020 auch einen Elektroantrieb geben, der dann in allen neuen Modellen verfügbar sein soll. Auch die Brennstoffzelle wird für den PKW weiterentwickelt und stellt ebenfalls einen alternativen Antrieb dar, der insbesondere auch zur Ergänzung und zum Ersatz der Dieseltechnologie dienen kann.
Dr. Manuel Schaloske, der Leiter Energie Cluster Brennstoffzelle, e-mobil BW erläuterte die Entwicklung und die großen Fortschritte bei der Brennstoffzellentechnologie auf der Straße und der Schiene.

In der anschließenden Diskussion erläuterte Jürgen Döring noch einmal die Nachrüstmöglichkeiten für die Dieselmodelle, die insbesondere bei älteren Modellen nur über aufwändige praktisch nicht umsetzbare Hardwaremaßnahmen für die Entstickungssysteme möglich sind, sieht aber bei Softwaremaßnahmen, die für alle Fahrzeuge ab EURO5 möglich sind und durchgeführt werden, große Möglichkeiten zur Verbesserung der Luft in den Städten. Bei Ausschöpfung aller technisch machbaren Möglichkeiten sollten Fahrverbote vermieden werden können.
Die anwesenden Politiker Frau Dr. Inge Grässle MdEP und Steffen Bilger MdB wiesen daraufhin, dass endlich europaweit einheitliche Verfahren für die Aufstellorte, die Messmethoden und die Grenzwerte der Messstellen zur Erfassung der Schadstoffkonzentrationen in den Städten erfolgen muss. Es kann wohl jeder einsehen, dass ein Messwert davon abhängt, an welchem Abstand von der Straße gemessen wird, und Messwerte an unterschiedlichen Stellen nicht vergleichbar sind. Auch die Festlegung der Grenzwerte muss nach einheitlichen Gesichtspunkten erfolgen.
Die Vorträge haben deutlich gemacht, dass der Verbrennungsmotor in den nächsten Jahren weiter in den Fahrzeugen zu finden sein wird, und zwar nicht nur im PKW, sondern auch im LKW, Zug und Flugzeug. Auch das Schiff benötigt noch einen Verbrennungsmotor.
Allerdings ist auch klar, dass wir uns etwa bis zum Jahr 2050 langsam aber sicher von den derzeitigen Antriebsmöglichkeiten beim PKW verabschieden müssen und das Auto der Zukunft mit Brennstoffzelle, Batterie oder synthetischen Treibstoffen fahren wird.
So haben wir aber auch noch genügend Zeit, um für die z.Zt. im Kfz-Bereich in BW etwa 200.000 Beschäftigten (in der Produktion einschl. Zulieferer), bzw. etwa 400.000 (einschl. Werkstätten und sonstige) einen möglichst reibungslosen Übergang schaffen zu können.
Heiderose Wedekind und Karlheinz Roth
 
 
 

Foto: Free-Photos, pixabay.com)

 
   
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