04.11.2011

Stadtverband 2011
Merkel: christliche Prägung existenziell wichtig

Von Karlheinz Roth

Die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, erklärte in ihrer Rede zum Empfang der CDU Deutschlands (aus UiD, Ausgabe 8/2011) anlässlich des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt unter anderem, dass die christliche Prägung für Deutschland existenziell wichtig sei.


Merkel verwies auf die Bedeutung des „C“ für die Union und zitierte aus dem Gründungsaufruf der Union: Eine Ordnung in demokratischer Freiheit könne nur erstehen, „wenn wir uns auf die kulturgestaltenden, sittlichen und geistigen Kräfte des Christentums besinnen“. Mit Blick auf das Verhältnis von Kirche und Staat erklärte die Bundeskanzlerin, dass es mit ihr kein Zurückdrängen der Kirchen aus der Öffentlichkeit geben werde. „Wir bekennen uns zu öffentli-chen Symbolen“, sagte sie. Deutschland wäre ohne die Arbeit der Kirchen nicht nur spirituell ärmer, sondern vor allem sozial kälter." Dennoch müssten sich auch die Kirchen, ähnlich wie die CDU, Verän-derungen und Herausforderungen stellen. „Das bedeutet, dass wir bewahren, was bewahrenswert ist, aber Neues sinnvoll nutzen wol-len“, so die Bundeskanzlerin. Die Diskussion um Modernisierung und neue Techniken sei wichtig für eine Volkspartei – der christliche Glaube sei dabei eine Richtschnur. Er sei „aber kein Navigationsge-rät“, das einen zielgenau ans Ziel lotse.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete die beiden christlichen Kirchen als „Pfeiler der Gesellschaft“. Mit über 9.000 Kindertageseinrichtungen, mit 25.000 Einrichtungen der Caritas und rund 600.000 Mitarbeitern sowie den Millionen ehrenamtlich Tätigen trügen die Kirchen in erheblichem Maß zum Allgemeinwesen bei. Zudem nähmen die Kirchen substan-tielle Aufgaben auf internationaler Ebene wahr, beispielsweise durch weltweite Hilfswerke.
Bei seinem Besuch forderte Papst Benedikt XVI. in seiner historischen Rede vor dem Bundestag von der Politik mehr moralische Verantwor-tung für Ökologie und Gerechtigkeit und warnte vor einer Wissen-schaft ohne Ethik. Die rein funktionale Sicht der Natur durch die Na-turwissenschaft kann keine Brücke zu Ethos und Recht herstellen. Politiker und Wissenschaftler müssten daher ihre Entscheidungen moralisch bedenken. Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her bilden die Idee der Menschenrechte und der Gleichheit aller Men-schen vor dem Recht und die Menschenwürde unser kulturelles Ge-dächtnis. Dies zu ignorieren, wäre eine Amputation unserer Kultur insgesamt. Die Kultur Europas ist aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Natur der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden. Diese dreifache Begegnung bildet die innere Identität Europas.
Die historische Rede Benedikt XVI. erhielt in der Öffentlichkeit eine äußert positive Resonanz und enthält viele grundsätzliche Aussagen zum politischen Handeln, die gerade in den heutigen Diskussionen um die Gestaltung Europas von Bedeutung sind. Somit könnte es sein, dass die einigen Dutzend Abgeordneten von SPD, Grünen und Linkspartei „vielleicht spüren, es wäre besser gewesen, auch dabei gewesen zu sein“, wie Zollitsch schon im Vorfeld formulierte.
für den CDU-Ortsverband
 
 
 
 
   
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